LESS ME, MORE WE

In der großen Abstimmungsaktion haben sich 1105 Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen aus München über mehrere Wochen an einer digitalen Slogan-Auswahl beteiligt. Sie konnten aus 37 Vorschlägen – eingereicht aus der Community selbst – bestimmen. Corona, Spaltung der Gesellschaft, jetzt der Krieg in Europa – die Welt gerät aus den Fugen. Kein Wunder, dass die Münchner Community nach Zusammenhalt und Solidarität ruft. Herzlichen Dank an alle, die Mottos erarbeitet und eingereicht hatten – Danke an alle, die abgestimmt haben. Zusammen bringen wir den Pride weiter – gemeinsam gestalten wir den Kampf für Solidarität und gegen Diskriminierung.

Das Ergebnis der Online-Abstimmung:

01 – LESS ME, MORE WE
Einsendende: Drag Queens Sabine Maultäschle und Robin Ring

02 – Jede*r anders – alle gleich
Einsendende: MLC – Münchner Löwen Club e.V.

03 – Auf dem Regenbogen haben alle Platz
Einsendende: Münchenstift

04 – We are pride – Side by side
Einsendende: Team Café Regenbogen der Münchner Aids-Hilfe e.V.

LESS ME, MORE WE

Das Motto steht für Gemeinschaft und Solidarität in der Community, aber auch darüber hinaus. Es geht darum, Vielfalt aufzuzeigen, Vorurteile abzubauen, Privilegien und Sichtbarkeit zu teilen. Eingereicht hatten den Vorschlag die Münchner Drag Queens Sabine Maultäschle und Robin Ring, die sich auch „Botschafterinnen der Liebe“ nennen.
„Lasst uns gemeinsam für unsere Gleichberechtigung kämpfen, alle Schwulen, Lesben, Bisexuellen, trans*, inter*, nonbinäre Menschen, alle Fetischleute, alle aromantischen, alle queeren, alle genderfluid Menschen, alle, die von Diskriminierung betroffen sind, alle, die sich marginalisiert fühlen, alle, die sich nicht gesehen fühlen - in Deutschland, in Europa und in der Welt", sagt Robin Ring. Die beiden Drag Queens setzen sich in der Münchner Community seit Jahren für gleiche Rechte und Akzeptanz ein. In Münchens schwul-queerem Zentrum Sub sind sie zum Beispiel für die Safety-Aktionsgruppe S’AG aktiv, die sich um die sexuelle Gesundheit von Männern* kümmern, die Sex mit Männern* haben.

Solidarität mit LGBTIQ* in der Ukraine
Dieser Zusammenhalt zeigt sich derzeit auch im Support der Münchner Community für die Ukraine. München und Kyjiw sind Partnerstädte, seit 2012 pflegen sie eine enge Pride- und Szenekooperation. Der CSD unterstützt mit vielen Münchner*innen die Spendenaktion von Munich Kyiv Queer und dem Bündnis Queere Nothilfe Ukraine für LGBTIQ* in der Ukraine. „Die Lage für queere Menschen in dem Land ist dramatisch“, sagt Conrad Breyer, Sprecher von Munich Kyiv Queer. „Als vulnerable Gruppen sind sie doppelt gefährdet.

Pride 2022 - länger, schöner, analoger
Der Münchner CSD wird dieses Jahr erstmals über zwei Wochen laufen. Die PrideWeek beginnt am 2. Juli und endet am 17. Juli. Anmeldungen dafür sind ab Ende März möglich.
Höhepunkt des Ganzen ist wie einst die PolitParade am Samstag, den 16. Juli. „Wir wollen zurück auf die Straße“, sagt CSD-Geschäftsführer Alexander Kluge. Am Wochenende vom 16./17. Juli plant der CSD auch wieder ein Straßenfest rund ums Rathaus mit einer Bühne am Marienplatz, der Kulturbühne in der Kaufinger Straße, der Party Area am Rindermarkt, einem Bereich für Regenbogenfamilien vor dem Dom und Infoständen, die sich über die ganze Innenstadt verteilen. Natürlich soll es auch wieder ein RathausClubbing geben  All das gilt freilich nur, wenn die Infektionszahlen ein solches Szenario zulassen. Einen Plan B gibt es. Der CSD hat in den vergangenen zwei Jahren bewiesen, dass er auch mit alternativen Programmen Pride machen kann.

Seit mehr als 40 Jahren demonstrieren Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen in München für gleiche Rechte und Akzeptanz. Bei der größten Veranstaltung der LGBTIQ*-Community im süddeutschen Raum, die getragen wird von der Lesbenberatung LeTRa, dem Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrum Sub, der Münchner Aids-Hilfe, der Wähler*inneninitiative Rosa Liste und der LGBTIQ*-Jugendorganisation diversity, finden innerhalb einer 16-tägigen PrideWeek mehr als 60 Veranstaltungen statt. Höhepunkte sind die PolitParade durch die Innenstadt mit 155.000 Teilnehmer- und Zuschauer*innen (2019), das zweitägige Straßenfest rund um den Marienplatz und das Party-Event RathausClubbing.