FAQ – Dezentrale CSD-Demo-Spots


Zu viele Demonstrationen sind in der letzten Zeit aus dem Ruder gelaufen. Lasst uns als Münchner LGBTI*-Community zusammen ein positives Beispiel geben, wie wir auch unter Einhaltung der Corona-Regeln kreativ und mit Engagement für gleiche Rechte und Akzeptanz eintreten und sichtbar sein können.

Unser Plan:
1. Angemeldete LGBTI*-Gruppen oder Vereine etc. verteilen sich dezentral an vielen fixen Positionen (Demo-Spots) in der ganzen Innenstadt – nicht wie bei einer normalen CSD-PolitParade, wie Ihr sie kennt, bei der sich alle Menschen an einem Ort sammeln.
2. CSD heißt normalerweise Feiern und Fordern. In diesem Jahr konzentrieren wir uns auf das Fordern. Wir demonstrieren mit Bannern und Schildern, machen uns und unsere Anliegen sichtbar. Aber wir verzichten auf Musik, Ansprachen und jede Art von Inszenierung, die Passant*innen zu längerem Verweilen und damit zu gefährlicher Gruppenbildung verleiten könnten.
3. Wir begrenzen die Teilnehmer*innenzahl. Nur wer sich vorab anmeldet, kann dabei sein. Abstandsregeln werden eingehalten. So können wir als Veranstalter*in die Aktion trotz ihrer Größe verlässlich planen und sicher für alle durchführen.

Wichtig: Coronabedingt können sich Hygiene- und Verhaltensregeln jederzeit noch spontan ändern, bis hin zur Absage der Demo-Spots. Wir sind in Dauerabstimmung mit Behörden und Polizei und halten Euch auf dem Laufenden.

Fragen beantworten wir euch gerne jederzeit unter: hilfe@csdmuenchen.de.

FAQ – Dezentrale CSD-Demo-Spots

Wie funktionieren die „dezentralen Demo-Spots“?
Wenn ihr normalerweise mit Eurer LGBTI*-Gruppe an der PolitParade als Fußgruppe oder mit einem Fahrzeug teilgenommen hättet, verteilen wir Euch dieses Jahr weitläufig auf bis zu 55 feste Positionen (Demo-Spots) innerhalb der City. So werden aus unserer PolitParade mit vielen Menschen auf engstem Raum viele kleine stationäre räumlich voneinander getrennte Mini-Demos. Abstands- und Hygieneregeln können eingehalten werden und Sichtbarkeit ist trotzdem gewährleistet.

Wo befinden sich die 55 Positionen (Demo-Spots) und wie viele Menschen sind dort jeweils erlaubt?
Alle 55 Positionen befinden sich in den Fußgängerzonen zwischen Sendlinger Tor und Odeonsplatz sowie Stachus und Marienplatz. Jede Position ist mit einer oder mehreren angemeldeten LGBTI*-Gruppen, -Vereinen, -Netzwerken beziehungsweise maximal mit sechs Personen besetzt.

Welche Regeln gelten an den Positionen (Demo-Spots)?
Nur vorab angemeldete und bestätigte Teilnehmende dürfen mit Bannern, Transparenten und Schildern demonstrieren. Anmeldeschluss war am Freitag, 3. Juli. Untereinander und zu den Passant*innen sind mindestens 1,50 Meter Sicherheitsabstand einzuhalten. Schutzmasken sollen, müssen aber nicht getragen werden. Wegen des Verteilens von Handzetteln sind wir noch in Klärung mit den Behörden, aktuell ist es leider wegen einer möglichen Unterschreitung der verbindlichen 1,50-Meter-Abstandsregel nicht erlaubt. Ebenfalls nicht erlaubt sind das Abspielen von Musik, Ansprachen, Aufführungen oder Performances. Also alles, was Passant*innen zum Verweilen verleiten und damit zur Bildung von größeren Gruppen führen könnte.

Kann ich einfach in die Innenstadt kommen und mich an der Demonstration beteiligen?
Klares Nein! Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung und Bestätigung von uns möglich. Anmeldeschluss war bereits am 3. Juli und alle 55 Positionen (Demo-Spots) sind besetzt. Bitte respektiert diese Regelung und stellt Euch nicht unangemeldet zu einer der Positionen (Demo-Spots) dazu. Damit gefährdet Ihr die Durchführung der gesamten Aktion, da diese bei Nichteinhaltung der gegebenen Regeln abgebrochen werden muss.
Erlaubt ist aber natürlich ein Spaziergang durch die Innenstadt, inklusive Winken und Zujubeln. Aber bitte immer den Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten, nicht stehenbleiben, keine Gruppen bilden, keine Party und kein Alkohol. Übrigens, wer alle 55 Demo-Spots in den Fußgängerzonen abgehen möchte, hat ungefähr 2,6 Kilometer vor sich :-)

Die 55 Positionen mit jeweils sechs Personen reichen ja niemals für alle aus, die mitmachen wollen!
Das ist leider so, lässt sich aber in diesem Jahr aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht anders machen. Schon die, weil raumfassende, Größe der jetzigen Aktion ist organisatorisch eine Herausforderung. Wir müssen als Veranstalter sicherstellen können, dass die Abstands- und Hygieneregeln an allen Positionen (Demo-Spots) eingehalten werden, wir im Gefahrenfall jederzeit schnell reagieren und sowohl Eure als auch die Sicherheit der Passant*innen in der Innenstadt sicherstellen können. Das Ganze ist also ein Kompromiss zwischen Wunsch und (Corona-)Wirklichkeit.

Warum macht Ihr keine normale Demo, die sind doch jetzt auch wieder erlaubt?
So einfach ist das leider nicht. Automatisch genehmigungsfähig sind Demonstrationen nur, wenn die Teilnehmer*innenzahl auf maximal 100 Personen beschränkt ist und diese stationär stattfinden. Alles andere ist eine Einzelfallentscheidung der Behörden. Diese müssen durch Beschränkungen sicherstellen, dass "von der Versammlung ausgehende Infektionsgefahren auf ein infektionsschutzrechtlich vertretbares Maß beschränkt bleiben.“ Allerdings ist beim CSD davon auszugehen, dass die Teilnehmer*innen-Anzahl deutlich höher als 100 Personen wäre, dazu kämen auch noch die Zuschauer*innen am Straßenrand. Damit wäre das Abstands- und Kontaktverbot nicht zuverlässig kontrollier- und durchsetzbar. Deshalb ist eine Genehmigung aus Sicht der Behörden nicht möglich. Wer sich für die Details interessiert: Die genaue Formulierung findet Ihr in der Sechsten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.

Was kann ich sonst noch für die Sichtbarkeit tun?
Hängt Flaggen aus Euren Fenstern, zieht euch regenbogenbunt an, verabredet euch mit Freund*innen und geht gemeinsam in Eurem Viertel auf die Straße. Haltet Euch dabei unbedingt an die Hygieneregeln: Aktuell sind Gruppen von bis zu zehn Menschen im öffentlichen Raum erlaubt. Wenn überall in der Stadt LGBTI* sichtbar werden, könnten wir den Pride-Spirit sogar noch weiter als sonst in München verbreiten!

Wenn Ihr noch Fragen zur Aktion haben solltet, wir sind immer für Euch da: hilfe@csdmuenchen.de.

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