Debatte: 50 Jahre Stonewall – und jetzt alles von vorn?

Die große CSD-Podiumsdiskussion zur PrideWeek. Die Stonewall Riots markieren den Beginn der LGBTI*-Bewegung, wie wir sie heute kennen. Vieles hat die Community von West bis Ost seitdem erreicht, aber ist das nicht längst alles wieder bedroht mit dem Aufkommen rechtspopulistischer Bewegungen weltweit? Donnerstag, 11. Juli, 19.30 Uhr im Schwulenzentrum Sub, Müllerstraße 14.

Wir zeigen einen kurzen Film zur Geschichte und Bedeutung von Stonewall, dann diskutieren LGBTI*-Aktivist*innen der ersten Stunde: Aus New York hören wir - per Videoeinspielung - den Zeitzeugen Randy Wicker. Er hat die Aufstände vom 28. Juni 1969 einst verurteilt ("Steine durch Fenster zu werfen, öffnet keine Türen"). Wie steht er heute dazu?

Von West nach Ost

In München sind 1980 beim ersten CSD der Stadt, der sich unmittelbar auf Stonewall berief, Stephanie Gerlach und Manfred Edinger mitmarschiert: Gerlach, Mitgründerin der Fach- und Beratungsstelle Regenbogenfamilien, ist immer noch politisch engagiert und eine bekannte Buchautorin. Edinger hat Mitte der Achtziger das Schwulenzentrum Sub mitgegründet, dort dann lange in der psychosozialen Beratung gearbeitet. 1980 trug er das Banner „Schwul, na und?!“ durch die Innenstadt.

Aus Münchens Partnerstadt Kyjiw reist Ruslana Panukhnyk an, Executive Director des KyivPride. 2013 war sie im Security-Team von Amnesty International noch ehrenamtlich für den ersten erfolgreichen CSD der Ukraine tätig; seit einigen Jahren führt sie die Geschäfte der NGO KyivPride. In der Ukraine sind weite Teile der Bevölkerung bis heute stark homo- und trans*-phob, einen umfassenden Diskriminierungsschutz gibt es nicht.

Rechte Kräfte machen mobil

Und aus St. Petersburg kommt Igor Kochetkov vom russischen LGBT Network, der die Verfolgung schwuler Männer in Tschetschenien vor zwei Jahren öffentlich machte. Immer wieder erhält er Todesdrohungen, trotzdem läuft er mit seinem Mann im LGBTI*-Block regelmäßig bei den Paraden zum 1. Mai mit. Russland verbietet seit 2013 so genannte Gay Propaganda und sanktioniert staatlicherseits Homo- und Trans*-Sexualität. Seitdem hat die Gewalt gegen LGBTI* deutlich zugenommen, wie die Vorfälle in Tschetschenien auf dramatisch Weise bezeugen. Einen klassischen Pride in Russland gibt es bis heute nicht.

Allen Ländern ist gemein: Rechtsnationale Kräfte machen gegen LGBTI* mobil. Vor diesem Hintergrund fragen wir uns, welche Parallelen wir in der Pride-Bewegung ziehen können, wo unterscheidet sich die Entwicklung, gibt es eine gemeinsame Strategie der LGBTI*-Communitys weltweit gegen den Hass? Die Moderation übernimmt Michael Schilling, Chefredakteur der Abendzeitung.

Als Veranstaltende treten auf: CSD München, Sub, KyivPride, LGBT Network Russland, Munich Kyiv Queer, Kulturreferat der Stadt München

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