Tim Kopplin: "Mir ist das ein Anliegen!"

Tim, in wenigen Wochen wird das neue CSD-Plakat in der ganzen Stadt hängen. Wie ist das für dich?

Überwältigend, ich kann das bis heute nicht ganz glauben. Bei dem Wettbewerb waren ja auch sehr erfahrene Leute dabei und alle Entwürfe waren richtig toll.

Du hattest eben die beste Idee: die hoch gereckte Faust. Wie kamst du drauf?

Ich kannte Stonewall nicht. Als ich das recherchiert habe, war ich geschockt. Dass einen die Polizei in New York damals schon festnehmen konnte, bloß weil jemand als Crossdresser auftrat, ist schon krass. Leute mussten sich zum Teil vor den Beamten nackt ausziehen, das kann und will man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Die Aufstände vor allem der Trans*-, Drag*- und People of Colour haben etwas bewirkt, damals hat das angefangen mit den CSDs. Und sie wirken bis heute. Da hatte ich sofort die Idee mit der Faust, sie symbolisiert den Kampf.

Ist Dir das ein Anliegen?

Auf jeden Fall. Ich selbst hatte nie ein Problem, bin voll akzeptiert bei Familie und Freund*innen. Aber ich hab auch andere Geschichten gehört. Ich fühle mich als Teil dieser Community und da möchte ich, dass sie gut behandelt wird und gleiche Rechte wie alle hat. Dafür möchte ich ein Zeichen setzen.

Woher kannst du das eigentlich alles?

Ich hab vor ein, zwei Jahren Handlettering für mich entdeckt, Typographie überhaupt. Sowie Fotografie und digitales Design. Man kann sich da schön reinversenken, vom Alltag abschalten, etwas schaffen. Nach dem Abi will ich Kommunikationsdesign studieren, dafür brauche ich eine Mappe. Es war ein Glück, dass ich auf Instagram die Ausschreibung vom CSD entdeckt habe. Das passt da jetzt gut rein.

Und was machst Du mit dem Preisgeld?

Das spar ich erstmal (lacht). Aber den Erfolg will ich auf jeden Fall feiern. Mein Geburtstag fällt in die Pride Week, ich werde 18. Das passt alles gut zusammen. Wir gehen auf den CSD. Und ich werde alles mitnehmen, was geht.

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