Die Münchner Ampelpärchen

Sie sind in der Zwischenzeit schon eine echte Tradition geworden: Zum Christopher Street Day werden vom 8. bis 16. Juli entlang der Strecke der CSD-Politparade wieder verschiedene Ampeln mit schwulen, lesbischen und Hetero-Ampelpärchen umgerüstet: Zum Beispiel Blumenstr./Ecke Pestalozzistr., Müllerstr./Ecke Pestalozzistr., Fraunhoferstr./Ecke Müllerstr., Corneliusstr./Ecke Müllerstr., Reichenbachplatz und Frauenstr./Ecke Reichenbachstr.

Die Initiative für diese witzige und liebevolle Idee ging von der grün-rosa Rathausfraktion aus und ist inspiriert von der Aktion in Wien, die dort anläßlich des Lifeball, Eurovision Song Contests und der Regenbogenparade an 49 Ampeln zu sehen war. Inzwischen sind die Ampelpärchen dort aufgrund des großen Erfolgs zur Dauereinrichtung geworden.

Dazu Lydia Dietrich, Stadträtin der Grünen/Rosa Liste: „Die Ampeln zeigen schwule, lesbische und Hetero-Paare – völlig gleichberechtigt nebeneinander und für jeden verständlich, unabhängig von individuellen Deutschkenntnissen. Sie sind im öffentlichen Raum, Teil des täglichen Stadtlebens und transportieren so auf sehr humorvolle Art das Thema Gleichstellung von Lebensweisen in die Mitte der Gesellschaft. Sie machen es in der Stadtbevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar.“

Es ist natürlich klar, dass eine solche Aktion homophobe Menschen nicht zu Freund*innen der Community machen kann. Aber die Mediensoziologin Eva Flicker erklärte in einem Interview zur Wiener Aktion, dass "die mediale Aufmerksamkeit dabei helfen kann, bestimmte Themen zu enttabuisieren und gesellschaftsfähiger zu machen."

Gerade in einer Zeit, in der Menschen immer häufiger mit Emoticons visuell kommunizieren, sind die Ampelpärchen eine inspirierende und gedankenanregende Aktion, die zudem noch von jedem*r verstanden werden kann. Und wer weiß, wenn die Aktion gut ankommt, könnten ja in Zukunft auch noch andere Gesellschaftsgruppen thematisiert werden.

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