Geschützte Unterbringung von LSBTI-Geflüchteten


Von Bernd Müller

Ein Masterplan für Refugees
Das Thema LSBTI-Geflüchtete beschäftigt selbstverständlich auch die  Rosa Liste. Als kommunale Wähler*innen-Initiative ist sie seit über 20 Jahren im Münchner Stadtrat vertreten und bildet dort eine Fraktionsgemeinschaft mit den Grünen. Rosa-Liste-Stadtrat Thomas Niederbühl ist wie seine Grünen-Kollegin Lydia Dietrich seit 1996 naturgemäß besonders dicht an Themen dran, die städtisches Engagement erfordern. So auch, wenn sich durch den verstärkten Zustrom von LSBTI-Geflüchteten neue Herausforderungen für München und deren Community ergeben wie – ganz aktuell – deren Wohnsituation. Viele lesbische, schwule oder trans* Refugees werden in ihren deutschen Unterkünften von Mitbewohner*innen diskriminiert und verfolgt; auch von gewalttätigen Ausfällen gegen sie wurde schon berichtet. Neben den psychischen Folgen für die durch die Flucht traumatisierten Menschen bedeutet das ein Nerven aufreibendes Versteckspiel, um die ohnehin schwierige Lage in den Unterkünften nicht unerträglich werden zu lassen.

Der Münchner Masterplan
Daher hat die Rosa Liste zusammen mit den Münchner Grünen bereits im Januar 2016 einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, der eine geschützte Unterbringung sicherstellen soll. Ein Jahr später stellte das Sozialreferat den „Masterplan für Geflüchtete – geschützte Unterbringung“ vor, der vom Stadtrat auch beschlossen wurde. Er sieht in einem ersten Modellprojekt vor, 18 Plätze in bis zu fünf Wohngemeinschaften für bedürftige LSBTI-Geflüchtete einzurichten. Bei der detaillierten Ausführung arbeitet das Sozialreferat fachlich eng mit den Zentren Sub und LeTRa zusammen, die sich schon lange für Geflüchtete engagieren.

Das Münchner Dilemma
Das Thema Unterbringung wurde auch in anderen Städten angegangen. Die ersten Wohnprojekte für LSBTI-Geflüchtete entstanden 2016 in Berlin und Nürnberg. Mittlerweile gibt es sie in vielen deutschen Städten – auch solchen, die deutlich kleiner als München sind. Das Dilemma der bayerischen Landeshauptstadt: Die Wohnungen sind renoviert und stehen seit März 2017 bereit, doch noch ist dort niemand eingezogen. Das liegt daran, dass kein qualifiziertes Personal zur Betreuung dieses Projekts zur Verfügung steht. Die Stadt hat dafür eine 50%-Stelle für eine/n Sozialpädagogen/in beziehungsweise eine/n Sozialarbeiter/in geschaffen. Doch der Markt scheint leer gefegt. Die Qualifikation des Personals ist jedoch unerlässlich, weil es sich gerade in Krisensituationen bewähren muss. Und die Wahrscheinlichkeit, dass in Wohnprojekten mit geflüchteten Menschen Krisen entstehen, ist hoch. Auch hier bleibt es eine Verpflichtung der Rosa Liste und ihres grünen Fraktionspartners, den Druck aufrecht zu erhalten und alle Möglichkeiten auszuloten, schnelle und fachkundige Hilfe zu leisten.

Das Thema LSBTI-Flüchtlinge werden München und seine Community sicher langfristig beschäftigen und weiterhin vor neue Herausforderungen stellen. Dass die queere Szene generell ein sicherer und lebenswerter Ort für alle ihre Mitglieder bleibt, wird eine der großen Zukunftsaufgaben für die  Rosa Liste sein.

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