PrideWeeks 11.-28. Juni '26
Queere Infrastruktur, Szenesterben, Übergriffe: Wie positionieren sich Münchens Spitzen- und queere Stadtratskandidat*innen zu Fragen, die Münchens LGBTIQ*-Community bewegen? Dazu diskutieren Politiker*innen am 26. Januar und 4. Februar.
München, 20. Januar 2026 – Auf gleich zwei Veranstaltungen können Münchens Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen in den nächsten Tagen ihre Belange einbringen und mit Politiker*innen diskutieren, die sie in der Stadtpolitik vertreten wollen. Denn am 8. März finden in ganz Bayern Kommunalwahlen statt.
Die OB-Kandidat*innen im Sub
So lädt das Schwul-Queere Zentrum Sub am Montag, den 26. Januar, um 19.30 Uhr unter dem Motto „Die Community fragt nach“ in die Müllerstraße 14. Im Sub stehen die Spitzenkandidat*innen und deren Vertretungen dem Publikum Rede und Antwort. Was sind ihre Ziele, Pläne und Projekte für die LGBTIQ*-Community Münchens?
Es kommen (in alphabetischer Reihenfolge): Erwin Ajukic (Die Linke), Clemens Baumgärtner (CSU), Jörg Hoffmann (FDP), Dominik Krause (Bündnis 90 / Die Grünen), Bernd Müller (Rosa Liste), Christiane Pfau (Bündnis Kultur), Klara Schinnerl (Die Partei), Felix Sproll (Volt) und Micky Wenngatz (SPD). Es moderiert Peter Jungblut vom BR.
Engagierte LGBTIQ*-Politiker*innen beim CSD
Am Mittwoch, 4. Februar, 19.30 Uhr, schließt sich der CSD an mit der Podiumsdiskussion „Aus der Community. Für die Community“. Eingeladen sind queere Stadtratskandidat*innen, die in der Community aktiv sind und deren Interesse an der politischen Arbeit daraus entstanden ist, dass sie als Stadträtin* bzw. Stadtrat* mehr bewegen möchten. Veranstaltungsort ist der NY.Club in der Elisenstraße 3. Unterstützt wird das Event vom Schwul-Queeren Zentrum Sub, dem Lesbisch-Queeren Verein LesCommunity und der LGBTIQ*-Jugendorganisation diversity München.
Unter der Moderation von Tobias Ruhland vom Zündfunk (BR) diskutieren (in alphabetischer Reihenfolge) Michèle Dermastia von der Linken, René Kaiser von der FDP, Thomas Lechner vom Bündnis Kultur, Mo Lüttig und Beppo Brem von den Grünen, Bernd Müller und Patricia Schüttler von der Rosa Liste, Ulf Schröder von der CSU und Micky Wenngatz von der SPD. Um das Publikum einzubinden, sind spielerische Elemente wie eine Duellrunde geplant; außerdem können die Gäste jederzeit selbst Fragen stellen.
Die queere Community differenziert sich, die Akzeptanz sinkt
Zu debattieren gibt es genug. Einerseits hat die Münchner Community in den vergangenen Jahrzehnten enorm viel erreicht. Die queere Infrastruktur in München sucht ihresgleichen in der Bundesrepublik: Allein die Trägervereine des CSD, das Sub, LesCommunity, diversity München, die Münchner Aids-Hilfe sowie die Wähler*innen-Initiative Rosa Liste spiegeln eine gewisse Vielfalt, zu der noch zahlreiche andere Vereine, Organisationen und Initiativgruppen mit ihren meist ehrenamtlichen Aktivitäten treten. Jüngst wird etwa über ein Zentrum für trans*, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen diskutiert.
Andererseits verändert sich angesichts gesellschaftspolitischer Spannungen und der wirtschaftlichen Lage das Sicherheitsgefühl in der Stadt. Dazu tragen die zunehmenden queerfeindlichen Übergriffe bei, aber auch das „Szenesterben“ in der queeren Gastronomie. Das Gefühl ist: Die Safe Spaces verschwinden. Hinzu kommen, zum Teil beeinflusst davon, Fragen der mentalen und sexuellen Gesundheit: Hier haben LGBTIQ* spezielle Bedürfnisse.
Speziell zur Bekämpfung von Queer-Feindlichkeit hatte die städtische Koordinierungsstelle LGBTIQ* 2025 eine umfassende Strategie mit einem konkreten Maßnahmenkatalog vorgelegt. Details lassen sich hier einsehen.
Seit mehr als 40 Jahren demonstrieren LGBTIQ* in München auf dem CSD für gleiche Rechte und Akzeptanz. Bei der größten Veranstaltung der Community im süddeutschen Raum, die getragen wird vom Lesbisch-Queeren Verein LesCommunity, dem Schwul-Queeren Zentrum Sub, der Münchner Aids-Hilfe, der Wähler*innen-Initiative Rosa Liste und der queeren Jugendorganisation diversity München, finden innerhalb zweier PrideWeeks mehr als 80 Veranstaltungen (2025) statt. Höhepunkte sind die PolitParade mit zuletzt 300.000 Teilnehmer- und Zuschauer*innen (2025), das zweitägige Straßenfest rund um den Marienplatz und das Party-Event RathausClubbing.
Seit 1986 setzt sich das Sub für die Belange schwuler, inzwischen auch bisexueller und queerer Männer sowie von trans* Personen ein. Der gemeinnützige Verein bietet psychosoziale Beratung, dezidiert auch für Geflüchtete, Fortbildungen zu queerem Leben, entwickelt Programme für sexuelle Gesundheit und beherbergt die LGBTIQ*-Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt Strong! Im Sub finden regelmäßig Kulturveranstaltungen statt, dort treffen sich auch viele Selbsthilfe- und Freizeitgruppen der Münchner Community. Das Café in der Müllerstraße 14 ist täglich geöffnet.
Conrad Breyer
Pressereferent CSD München
0170 18 59 705
conrad@csdmuenchen.de