PrideWeeks 11.-28. Juni '26

Solidarität mit LGBTIQ* in Kyjiw

Vom Kampf gegen das Vergessen

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine geht ins fünfte Jahr. Unabhängig vom diesjährigen Motto setzen sich der CSD und sein Partner-Pride in Kyjiw weiterhin sichtbar für LGBTIQ* in der Partnerstadt und darüber hinaus ein. Eine Gästedelegation und Geflüchtete aus der Ukraine laufen vorne im Veranstalter*innen-Block mit. Auf dem Straßenfest sammelt Munich Kyiv Queer, Partner-Organisation des CSD München, Spenden für queere Kriegsopfer. In den PrideWeeks und am CSD-Wochenende gibt es Veranstaltungen zum Thema.

München, 8. Juni 2026 - Seit 2012 pflegt München eine Partnerschaft mit der LGBTIQ*-Community in seiner Partnerstadt Kyjiw und darüber hinaus. Über eine Pride-Kooperation mit politischen Aktionen, Kulturveranstaltungen und Workshops arbeiten beide Seiten daran, die Lage für queere Menschen in der Ukraine zu verbessern. Mit Erfolg: Die Sichtbarkeit hat zu mehr Akzeptanz geführt und auch rechtlich hat sich vieles bewegt: Ein Gesetz schützt vor Diskriminierung am Arbeitsplatz; die Stellung von trans* Personen wurde verbessert.

Jetzt, mitten im Krieg, diskutiert das Land über Lebenspartnerschaften. Erst im März 2026 hat das Oberste Gericht der Ukraine die im Ausland geschlossene Ehe des schwulen Aktivisten Tymur Lewtschuk (mit seinem Partner Zoryan Kis) höchstrichterlich anerkannt. Diese wegweisende Entscheidung gilt als wichtiger Präzedenzfall, auch wenn eine "Ehe für alle" im ukrainischen Gesetz noch gar nicht formal verankert ist.

Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück

Und auch, wenn es immer wieder Rückschritte gibt: Die Zivilgesellschaft ist stark. Auf den Entwurf des Parlaments für ein neues Zivilgesetzbuch, das die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert, regt sich seit Wochen massiver Protest.

(KyivPride 2025. Foto: KyivPride)

Russlands Angriff auf die Ukraine bedroht all das Erreichte: Es geht um die Existenz eines ganzen Landes, LGBTIQ* fürchten um ihr Leben. Die Initiativgruppe Munich Kyiv Queer, die die Pride- und Szene-Kooperation zwischen München und Kyjiw koordiniert, leistet neben der Kulturarbeit über Spenden Einzelfallhilfe für Menschen, die des Krieges wegen ihren Job, ihre Heimat, ihre Freund*innen und/oder Familie verloren haben und Support im Alltag brauchen oder gar fliehen wollen.

Außerdem unterstützt die Gruppe im Bündnis Queere Nothilfe Ukraine, dem sich auch der CSD angeschlossen hat, LGBTIQ*-Organisationen in der Ukraine, die trotz der widrigen Umstände ihre Arbeit fortsetzen. Sie bieten Menschen Unterschlupf, die Schutz suchen, sie kümmern sich teils um Verpflegung, Kleidung, Medizin und immer um Ansprache.

(Die ukrainische Delegation beim CSD München 2025. Foto: Bethel Fath)

Über eine Million Euro sind bis heute im Bündnis, über 270.000 Euro für die Einzelfallhilfe zusammengekommen. Doch die Not ist nicht gebannt.

München steht hinter der Ukraine

Der CSD zeigt sich wie schon im Vorjahr solidarisch. Im Rahmen eines Picknick-Talks am Vorabend des Straßenfestes (25. Juni) sprechen Vertreter*innen ukrainischer LGBTIQ*-Organisationen, die auch heuer wieder den Münchner CSD besuchen, ab 18.30 Uhr über "Queeres Leben im Krieg". Die Gäste können ihr Essen einfach mitbringen.

Auf der Hauptbühne am Odeonsplatz dann gedenkt München am 26. Juni um 19.05 Uhr der queeren Kriegsopfer in der Ukraine.

Bei der PolitParade am 27. Juni laufen Gäste und Geflüchtete an der Spitze mit. Und auf der PolitikBühne tritt im Anschluss ab 17.30 Uhr Samantha Jackson auf, Bayerns erste und einzige ukrainische Drag Queen, die ihre Heimat des Krieges wegen verlassen musste.

Sie ist es auch, die am 7. August die Show Munich Kyiv Extravaganza co-hostet. Im Nachgang der PrideWeeks laden Samantha Jackson und Christina Parficheva zu einem Abend mit Auftritten von Sänger-, Drag- und Cabaret-Künstler*innen aus der Ukraine. Sie bieten damit eine Plattform für Nachwuchskünstler*innen.

Seit mehr als 40 Jahren demonstrieren LGBTIQ* in München auf dem CSD für gleiche Rechte und Akzeptanz. Bei der größten Veranstaltung der Community im süddeutschen Raum, die getragen wird vom Lesbisch-Queeren Verein LesCommunity, dem Schwul-Queeren Zentrum Sub, der Münchner Aids-Hilfe, der Wähler*innen-Initiative Rosa Liste und der queeren Jugendorganisation diversity München, finden innerhalb zweier PrideWeeks mehr als 100 Veranstaltungen (2026) statt. Höhepunkte sind die PolitParade mit zuletzt 300.000 Teilnehmer- und Zuschauer*innen (2025), das 2026 erstmals dreitägige Straßenfest in der Ludwigstraße (PrideMeile) und das Pride-Event RathausClubbing.

Pressekontakt

Conrad Breyer
Pressereferent CSD München
0170 18 59 705
conrad@csdmuenchen.de

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