PrideWeeks 11.-28. Juni '26
Tobias Oliveira Weismantel, geschäftsführender Vorstand der Münchner Aids-Hilfe, weiß um die Kraft gelebter Vielfalt. Sie stärkt und bereichert. Auch wenn sie im Ringen um Kompromisse manchmal hart erkämpft werden muss.
"Unsere Vielfalt. Unsere Stärke." ist also - wie vielfach bereits gehört - das Motto des diesjährigen CSD. Dabei war das Motto nicht von Beginn an gesetzt. Es wurde in einem breit angelegten Beteiligungsprozess gefunden. Über 33 Einreichungen aus der Commmunity ließen diese Vielfalt spürbar werden. Eine Vielfalt der Lebensentwürfe, der Orientierungen, der Identitäten, der Aspekte, der Perspektiven und Anliegen. Aber von Anfang an und bei allen Einreichung war zu spüren: Diese Vielfalt stärkt und bereichert.
Einfach aber ist Vielfalt oder besser Vielzahl nicht, wenn es darum geht, zu entscheiden. Diese Erfahrung galt nicht nur für uns Veranstalter*innen-Vereine Sub, LesCommunity, Rosa Liste, diversity München und Münchner Aids-Hilfe als es darum ging, aus dem Dutzend eingereichten Vorschlägen mit den meisten Stimmen, die final four auszuwählen, also die Mottos, aus denen der abschließende Motto-Workshop das endgültige Motto bestimmen sollte.
Alle Mottos waren stark und jedes Motto zeugte von persönlichem Einsatz. Und trotzdem musste am Ende in einem gemeinsamen Ringen, Argumentieren und Diskutieren eines gefunden werden, ein starkes. Eines, das überzeugt. Eines, hinter dem sich möglichst viele, wenn nicht alle versammeln können.
Eine Vielfalt an Meinungen und Perspektiven bedeutet Anderes gelten zu lassen, nicht Einheitsbrei, aber eine Einheit, eine Stärke, die trägt, gerade weil sich jeder gewertschätzt und gesehen wissen darf. Deshalb passt gerade so die Vielfalt zum CSD. Es geht um die Akzeptanz und gleiche Rechte aller queeren Gruppen in ihrer Vielfalt. Diese Vielfalt anzuerkennen und sich mit den Eigenheiten der anderen Person selbst zu bereichern, macht stark. Aus der Vielfalt kann sich eine Kraft entwickeln, die Hindernisse überwindet und zusammenstehen lässt.
(Tobias Oliveira Weismantel, Münchner Aids-Hilfe, auf dem CSD 2024. Foto Mark Kamin)
Das gilt nicht nur für die Community, sondern, wie heute auch bereits mehrfach betont wurde, für die gesamte Gesellschaft: Die Community, ja die ganze Gesellschaft ist immer dann stark, wenn sie gemeinsam bei aller Unterschiedlichkeit für gleiche Rechte und Akzeptanz eintritt, wenn sie sich gegenseitig bereichert und zuhört, wenn sie den*die Einzelne*n und die Gemeinschaft gelten und leben lässt, wenn sie vor und hinter dem Recht jede*s Einzelnen steht und Toleranz sowie Akzeptanz des*der Einzelnen verteidigt.
Anders gewendet und pointierter formuliert: wenn klar ist, dass jeder Angriff auf einzelne ein Angriff auf alle ist!
Wer Minderheiten schützt, sichert Teilhabe, sozialen Frieden, Demokratie. Deshalb ist auch unsere Vielfalt in der Gesellschaft, in der Gemeinschaft, unsere Stärke für uns alle. Deshalb stehen auch wir als Community nicht für uns, sondern sind Teil einer vielfältigen Gesellschaft, die uns trägt und für die auch wir als Community solidarisch einstehen. Denn unsere Vielfalt ist unsere Stärke. "
Seit mehr als 40 Jahren demonstrieren LGBTIQ* in München auf dem CSD für gleiche Rechte und Akzeptanz. Bei der größten Veranstaltung der Community im süddeutschen Raum, die getragen wird vom Lesbisch-Queeren Verein LesCommunity, dem Schwul-Queeren Zentrum Sub, der Münchner Aids-Hilfe, der Wähler*innen-Initiative Rosa Liste und der queeren Jugendorganisation diversity München, finden innerhalb zweier PrideWeeks mehr als 100 Veranstaltungen (2026) statt. Höhepunkte sind die PolitParade mit zuletzt 300.000 Teilnehmer- und Zuschauer*innen (2025), das 2026 erstmals dreitägige Straßenfest in der Ludwigstraße (PrideMeile) und das Pride-Event RathausClubbing.
Conrad Breyer
Pressereferent CSD München
0170 18 59 705
conrad@csdmuenchen.de