PrideWeeks 11.-28. Juni '26
Alle Presse-Highlights auf einen Blick: Vom politischen Besuch aus Berlin über die Zahlen zur neuen Queer-Feindlichkeit in Bayern bis zu den Main Acts Conchita und Patrick Lindner.
Dem PrideGuide hat die Queer-Beauftragte der Bundesregierung Sophie Koch vor Kurzem noch ein Interview gegeben. Am Sonntag, 28. Juni, tritt sie auf der MainStage auf (17.45 Uhr). Ihr Anliegen: Zusammenhalten!.
Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal läuft ein offen schwuler Oberbürgermeister beim Demozug am 27. Juni vorneweg. Für Dominik Krause weckt das Erinnerungen, wie er in seinem Grußwort verrät. Außerdem am Start: Der neue gewählte Rosa-Liste-Stadtrat Bernd Müller.
Am Freitag, den 26. Juni, diskutiert Münchens neuer OB ab 18.30 Uhr auf der PolitikBühne in der Ludwigstraße/Höhe Theresienstraße mit frisch gewählten queeren Stadträt*innen zum Thema "Quo vadis, München?".
LGBTIQ* stehen weltweit unter Druck. Auch in Deutschland drohen queeren Menschen gesellschaftliche wie rechtliche Rückschritte; Übergriffe auf LGBTIQ* haben zugenommen. Der LGBTIQ*-Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt Strong! zufolge wurden in Bayern 2025 exakt 413 Vorfälle erfasst – das waren124 mehr als im Vorjahr und insgesamt 254 mehr als noch vor zwei Jahren. Die Tatbestände reichen von Alltagsdiskriminierungen über Beleidigungen, Bedrohungen und Benachteiligung bis hin zusexueller Belästigung und schwerer Körperverletzung.
Ansonsten steht Deutschland im weltweiten Vergleich, was die Rechtslage angeht, verhältnismäßig gut da. Laut "Ipsos LGBT+ Pride Report 2026" nimmt die Akzeptanz in der Gesellschaft gegenüber LGBTIQ* aber leicht ab.
Unter dem Motto "Pride bedeutet Schutz, nicht Abschiebung" initiieren queere Geflüchtete mit der Geflüchtetenberatung des Schwul-Queeren Zentrums Sub eine Kampagne. Sie soll auf die Lebensrealitäten queerer Asylsuchender aufmerksam machen und ruft zu solidarischem Handeln auf. Das Sub ist einer der Gesellschafter des CSD München. Als Zeichen der Solidarität wollen die Geflüchteten beim CSD in diesem Jahr einen Festwagen für die “Rainbow Refugees München” anmelden. Dafür sammeln sie Spenden.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine geht ins fünfte Jahr. Unabhängig vom diesjährigen Motto setzen sich der CSD und sein Partner-Pride in Kyjiw weiterhin sichtbar für LGBTIQ* in der Partnerstadt und darüber hinaus ein. Eine Gästedelegation und Geflüchtete aus der Ukraine laufen vorne im Veranstalter*innen-Block bei der PolitParade mit. Auf dem Straßenfest sammelt Munich Kyiv Queer, Partner-Organisation des CSD München, Spenden für queere Kriegsopfer. In den PrideWeeks und am CSD-Wochenende gibt es Veranstaltungen zum Thema.
Auch mit Queers in Be’er Sheva zeigt sich der CSD verbunden. Be'er Sheva in Israel ist Münchens jüngste Partnerstadt. Einige Motivierte in München sind mit der Gruppe Be'er Sheva Munich Queer seit 2022 dabei, einen Austausch mit der LGBTIQ*-Community vor Ort zu organisieren. 2024 wäre es fast so weit gewesen - aus Israel sollte eine Delegation zum CSD reisen -, dann aber kam der Angriff der Hamas, der auch Be’er Sheva schwer gezeichnet hat.
(Rainbow Refugees beim CSD. Foto: CSD München)
Länger denn je läuft das Begleitprogramm im Vorfeld des CSD-Wochenendes. Vom 11. bis 28. Juni lädt die Münchner Community im Rahmen der zweieinhalb PrideWeeks zu Ausstellungen, Lesungen, Führungen, Konzerten, Vorträgen, Drag Shows, Talks, Filmvorführungen, Workshops, Gottesdiensten, Straßenfesten und Partys etc. Um die 100 Veranstaltungen sind angemeldet.
Mehr Pride war nie! Auf einer Strecke von knapp einer Meile präsentiert sich Münchens LGBTIQ*-Community in ihrer ganzen Vielfalt und das gleich drei Tage lang! Auf der PrideMeile zwischen Odeonsplatz und Siegestor bieten die Veranstalter*innen vier Bühnenprogramme, diverse SpecialAreas, 93 Infoständen und jede Menge Gastro. Das bedeutet mehr Vielfalt, mehr Platz und Sicherheit für alle.
Neu ist die KaraokeBühne. Alle, die Lust haben, können dort vor Publikum ihr Gesangstalent auf die Probe stellen. Am Sonntag wird die Karaoke-Bühne zur "kleinen PartyArea".
Außerdem erstmals dabei: die Sports- und die GenerationenArea. Im Senior*innen-Café von Münchenstift wird bei Kaffee und Kuchen über Konzepte zum Thema "Queer und Alter" informiert. Von der Schellingstraße bis zum Sophie-Scholl-Platz werden sich Münchens LGBTIQ*-Sportvereine vorstellen, an Infoständen, aber auch interaktiv mit Sporterlebnisgeräten.
Last, but not least: die neue PartyArea! Sie bekommt einen prominenten Platz vor dem Siegestor mit einer spektakulären Bühne. Und einer wundervollen ChilloutArea.
Den Höhepunkt der beiden PrideWeeks bildet wieder die PolitParade, wenn Tausende Menschen durch die Stadt ziehen, um sichtbar ihre Forderungen zu stellen. In diesem Jahr fällt das Ereignis auf den 27. Juni, den Vorabend der "Stonewall"-Unruhen, als sich in der New Yorker Christopher Street 1969 queere Menschen erstmals gegen die Drangsalierungen der Polizei zur Wehr setzten.
Der Größe wegen läuft die Demo inzwischen nicht mehr durch die engen Gassen des Gärtnerplatzviertels, auch startet und endet sie in diesem Jahr woanders. Exakt 215 Gruppen haben sich für die drei Kilometer lange Strecke registriert.
(2025 noch PartyArea, jetzt PrideMeile. Foto: Bethel Fath)
Mehr Entertainment für alle: Die MainStage zieht vom Marienplatz vor den Platz der Feldherrnhalle, Höhe Brienner Straße, wo sie einen viel größeren Einzugsbereich haben wird als früher. Ein Highlight werden neben den Künstler*innen Conchita am Freitagabend, Mavi Phoenix und OXA am Samstagabend sowie Patrick Lindner am Sonntagabend die Skydecks sein, Aussichtsplattformen neben bzw. vor der Bühne, die den Blick auf die neue Pride-Zone freigeben.
Der Münchner CSD räumt Drag-Artists und Poetry-Slam mehr Platz denn je ein. Drag-Acts finden sich auf fast allen Bühnen, darunter von so bekannten Künstler*innen wie die von Drag Race Germany bekannten Loreley Rivers (27. Juni, 19 Uhr, MainStage) und Barbie Q (27. Juni, 21.30 Uhr, QueerStage), das Berliner Starlette Jacky-Oh Weinhaus (26. Juni, 20 Uhr, MainStage) und Münchner Größen wie die Selige Maikönigin Miz Taylor (27. Juni, 20 Uhr, QueerStage), Drag-Legende Gene Pascale (27. Juni, 21.30 Uhr, PolitikBühne), Shooting-Stars wie Pasta Parisa (26. Juni, 19.40 Uhr, MainStage), Madame Midnight (27. Juni, 18.05 Uhr, MainStage) sowie Dean DeVille & Tracy Valentino (28. Juni, 19.40 Uhr, MainStage). Das ebenso anspruchsvolle wie ansprechende Programm für Poetry Slam finden Fans über drei Tage lang auf der QueerStage.
Das Awareness- und Inklusions-Team schauen auch in diesem Jahr, dass es vor Ort allen gut geht. Unter der Hotline (0160) 99 80 29 94 können sich alle melden, die übergriffiges Verhalten erleben.
Von der MVG fährt erstmals ein Inklusions-Bus bei der PolitParade mit. Damit möchte der CSD allen Personen die Teilnahme ermöglichen, die keine langen Fußwege bewältigen können. Das Programm am Marienplatz wird von Gebärdendolmetschenden begleitet.
Das Lesbisch-Queere Zentrum LeZ bietet in Kooperation mit dem CSD München für die PolitParade am 27. Juni von 11 Uhr bis 22 Uhr Menschen mit Handicap wieder Fensterplätze an, um die PolitParade zu verfolgen. In der Müllerstraße 26 gibt es ein Hublift, ein barrierefreies WC im Erdgeschoss und Sitzplätze für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.
(Ein Motto, das für alle gilt. Foto: Frank Zuber)
Wir zeigen Süddeutschlands größten Pride live und in Farbe. Unser StreamTeam empfängt die Teilnehmer*innen der PolitParade am LiveStream-Spot in der Müllerstraße 26 vor dem LeZ. Später geht’s zum Straßenfest in der Ludwigstraße. Ergänzt werden die Beiträge um Live-Schaltungen zur Hauptbühne vor dem Odeonsplatz.
Der CSD zeigt Verantwortung. Um die Sicherheit aller Gäste zu gewährleisten, hatten die Veranstalter*innen schon im vergangenen Jahr ein mit den städtischen Behörden und der Polizei abgestimmtes Sicherheitskonzept entwickelt, das auch 2026 wieder zum Einsatz kommt. Dazu gehört auch ein über Web und Social Media kommuniziertes Ampelsystem, um eventuelle Überfüllungen zu verhindern.
Seit mehr als 40 Jahren demonstrieren LGBTIQ* in München auf dem CSD für gleiche Rechte und Akzeptanz. Bei der größten Veranstaltung der Community im süddeutschen Raum, die getragen wird vom Lesbisch-Queeren Verein LesCommunity, dem Schwul-Queeren Zentrum Sub, der Münchner Aids-Hilfe, der Wähler*innen-Initiative Rosa Liste und der queeren Jugendorganisation diversity München, finden innerhalb zweier PrideWeeks mehr als 100 Veranstaltungen (2026) statt. Höhepunkte sind die PolitParade mit zuletzt 300.000 Teilnehmer- und Zuschauer*innen (2025), das 2026 erstmals dreitägige Straßenfest in der Ludwigstraße (PrideMeile) und das Pride-Event RathausClubbing.
Conrad Breyer
Pressereferent CSD München
0170 18 59 705
conrad@csdmuenchen.de